
Ein Zugang: planetare Beziehungsbildung
Beziehungsbildung: Türöffner für das Demokratische im planetaren Lebensraum
Der Weg zur Gleichberechtigung aller planetaren Existenzen führt über eine Kultur, die von planetaren Beziehungen geprägt ist. Diese Kultur ist ein Ergebnis der Erweiterung des Blickwinkels auf alles Lebendige: von der Umwelt zur Mitwelt, von der Natur als Objekt zum Subjekt, von der ausschließlichen Orientierung am menschlichen Nutzen zur Regeneration aller Existenzen.
Der Aufbruch zu einer solchen Kultur lädt ein, auf zwei der wesentlichen Fragen der menschlichen Zivilisation lebensfreundlich Antwort zu geben: wohin es mit dem ökologischen wie dem politischen Leben gehen soll.
Wir sind nicht getrennt von der Welt, die uns trägt. Wir sind Teil von ihr. Deshalb sollte Demokratie die Interessen der ganzen Mitwelt berücksichtigen: damit erweitert Beziehungsbildung das menschliche Mindset. Und baut ebenso Brücken zu planetarer Politik und regenerativer Wirtschaft. Denn wie Karl Wappel erkennt:
„Kultur verändert, was wir wahrnehmen. Recht verändert, was geschützt und vertreten wird. Wirtschaft verändert, wie wir mit den Grundlagen des Lebens umgehen.”
Heißt das gemeinsame Ziel, planetare Gerechtigkeit durch Veränderung des status quo herzustellen, wird es der Kooperation all dieser gesellschaftlichen Bereiche bedürfen:
„Die Rechte der Natur bleiben schwach, wenn die kulturelle Beziehung zur Mitwelt fehlt. Und eine neue Haltung bleibt folgenlos, wenn sie weder in Regeln noch in wirtschaftlichen Entscheidungen sichtbar wird. Alle drei Zugänge zur planetaren Gerechtigkeit initiieren erst zusammen tragfähige Veränderung.“
Planetare Beziehungsbildung will somit auch in Bezug auf gesellschaftliche Handlungsfelder wirken, wie das W-Modell graphisch skizziert:

Das W-Modell von Gerald Wohlgang Koller, dargestellt von Karl Wappel
