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Friedensbotschaften aus Apulien

Für uns Menschen ist es Zeit geworden, den Ruf des großen Miteinanders zu hören, das als planetarer Friedensgarten verstanden werden will: 

Seid Ihr Menschen bereit, klug genug zu werden, die Klugheit der Tiere, Pflanzen, Pilze, Elemente, um die planetare Ganzheit zu verstehen?  
 

Bereit, den bröckelnden Thron zu verlassen, auf den Euch Eure patriarchalen, kolonialistischen, zunehmend monopolitischen Wunschträume gesetzt haben? Seid Ihr bereit zum Dialog, zur planetaren Freundlichkeit?
 

Wenn Ihr diese Fragen bejahen könnt, erlöst Ihr Euch und alles Lebendige von der Last der menschlichen Alleinherrschaft.      Und erlebt auf dem Weg der Remanzipation, wie alle planetaren Wesen sind: miteinander verbunden, voneinander abhängig, im steten Werden.    

 

Der Ruf lädt uns ein, mit Anfängergeist im planetaren Lebensraum anzukommen, der sich als solidarische Hausgemeinschaft aller Existenzen versteht. In ihr sollen wir uns als umsichtige Gärtner erweisen. Und alle die, die lange ausgeschlossen und ausgebeutet waren, in die Hausgemeinschaft hereinbitten. 

Das hat ein Friedensaktivist aus Alessano getan, einem Städtchen im apulischen Stiefelabsatz in dem Friede vielfältig sichtbar wird. Von hier stammt ein Mann, der seinen Bischofsmantel mehr als einmal geteilt hat: Don Tonino Bello (er selbst hat die Verkleinerungsform seines Namens Antonio angenommen, als er zum Bischof ernannt wurde) hielt seinen Bischofssitz in Molfetta stets offen - alle Bedürftigen konnten jederzeit herein und Hilfe bekommen. Die Bevölkerung seines Bistums lud der Bischof der Armen bereits schwer krebskrank im Dezember 1992 zu einer besonderen Wallfahrt ein: mit etwa 500 Menschen reiste er in das kriegsgebeutete Bosnien und wanderte auf das umzingelte Sarajewo zu. Die Wallfahrenden durchbrachen den Umlagerungsring, brachten den Einwohnern Hilfsgüter und bezeugten ihre Solidarität. „Den Frieden muss man in den Füßen haben“, meinte Don Tonino: ein Spruch, der in Alessano auf vielen Friedensplakaten an den Häusern zu lesen ist. Vielleicht ist diese stete Erinnerung auch ein Grund, warum die Menschen hier zu stiller Freundlichkeit neigen… 

Auf meinem Weg zur planetaren Gerechtigkeit besuche ich den örtlichen Friedhof, wo Don Tonino begraben liegt. Schon beim Eingang berührt mich eine seiner Erkenntnisse: „Wir können nicht einfach nur so hoffen. Hoffnung will organisiert sein!“. Auf dem Weg zum Grab dann: „Friede ist eine Reise, die stets bergauf führt. Sie wird Segen finden, wenn wir ihre Mühen auf uns nehmen – nicht wie jene, die schon angekommen sein wollen, ohne überhaupt aufgebrochen zu sein. Indem wir also aufbrechen.“ 

Und schließlich ein Satz wie Donner:  

„Wir haben keinerlei Zeichen der Macht. Aber wir haben die Macht der Zeichen, die wir setzen können.“             

Gerald Wohlgang Koller, 2026

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